Flucht in die Immobilie |
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Das Stimmungsbarometer in der Wirtschaft zeigt wieder nach oben. Die schlimmsten Erwartungen haben sich bisher nicht bestätigt. Die befürchtete Massenarbeitslosigkeit wird vermutlich ausbleiben. Dennoch besteht seitens der Wirtschaftsexperten ein breiter Konsens, dass die Krise noch nicht ausgestanden ist. Die Nachwirkungen der Hilfspakete aller Staaten in Milliardenhöhe werden noch lange Zeit zu spüren sein.
Mehrere mögliche Szenarien dominieren derzeit die Prognosen. Als am Wahrscheinlichsten wird erwartet, dass die Zinsen noch einige Zeit niedrig bleiben dürften, bei langsam steigender Inflation. Die Ursache, die am häufigsten für die Inflationsängste unter den Experten verantwortlich gemacht wird: Die Produktionskapazitäten in fast allen Industriezweigen wurden im vergangenen Jahr teilweise erheblich gedrosselt, gleichzeitig wurde der Markt von den Notenbanken mit frischem Geld geflutet. Wenn jetzt der Motor der Weltwirtschaft wieder anspringt, kann es sehr rasch zu Engpässen bei Rohstoffen und in der Zulieferindustrie kommen – das wiederum treibt die Preise in die Höhe. Aber wie ist der Einzelne davon betroffen? Niedrige Sparzinsen bei steigender Inflation, ein Horrorszenario für Anleger. Kein Wunder also, wenn viele Investoren die Flucht nach vorne antreten und wieder vermehrt in Sachwerte investieren. Gold erlebt gerade einen Höhenflug, aber auch qualitativ hochwertige Immobilien sind gefragt, wie schon seit langem nicht. Die Qual der Wahl Wer in Immobilien investieren will, tut gut daran zunächst seine eigenen langfristigen Motive zu hinterfragen. Dient die Immobilie einer reinen Ertragserzielungsabsicht oder soll diese den Eigenbedarf des Anlegers oder dessen Kinder decken? Soll ein Zusatzeinkommen in der Pension geschaffen werden oder dient die Investition nur zum kurzfristigen „Parken“ in eine Anlage oder zur Erzielung eines Spekulationsgewinnes? Erst eine eingehende Analyse der persönlichen Situation und der langfristigen Motive macht einen schlichten Immobilienkauf zu einer echten Anlage. Werterhaltung oder Wertsteigerung? Immobilien sind ein „inhomogenes“ Wirtschaftsgut, das heißt, dass jede Immobilie ein Unikat ist. Unter diesem Gesichtspunkt sind verallgemeinernde Aussagen, dass Immobilien eine sichere Anlage sind, kritisch zu hinterfragen. Jede Immobilie ist einzeln auf ihr Potenzial, ihren aktuellen Wert und ihr langfristiges Wertsteigerungspotenzial zu hinterfragen. Hausverstand und Fachwissen Ein vermeintliches Schnäppchen kann sich mittel- bis langfristig als tickende Zeitbombe herausstellen. Spätestens wenn längst fällige Sanierungen sich in der Betriebskostenabrechnung niederschlagen, ist die Ernüchterung hoch. Do-it-yourself-Handwerker können mit einem sanierungsbedürftigen Objekt hingegen ein gutes Geschäft machen. Hinzu kommt noch ein rechtliches Korsett mit einem unüberschaubaren Dschungel aus Paragraphen, allen voran dem Mietrechtsgesetz (MRG). Der Hausverstand des Immobilienkäufers ist gefragt, aber auch das Fachwissen von externen Beratern. Professionelle Immobilieninvestoren lassen sich vor der definitiven Kaufentscheidung von Fachleuten beraten und eventuell sogar ein Gutachten erstellen. In der Praxis kommt es aber leider sehr oft vor, dass bei der Auswahl eines Gebrauchtwagens mit mehr Sorgfalt vorgegangen wird, als beim Kauf einer Immobilie. Um Ihr Problembewusstsein für verschiedene Arten von Immobilien zu schärfen, werden wir Ihnen in der nächsten Zeit hilfreiche Tipps und Tricks verraten, damit Ihr Immobilienkauf zu keinem Flop wird. SV Mag.FH Karsten Koops, MRICS |
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