Schauraum und Experimentierstube für alle Spielarten von Design, das will die Vienna Design Week sein. Vom 1. bis zum 10. Oktober ist es wieder so weit. Dabei sollen nicht nur Kenner der Szene, sondern ein breites Publikum angesprochen werden. Vollgepackt sollte das durchaus gelingen. Stars treffen auf Newcomer, Internationalität auf Intimität. Design formt unsere Alltagswelt und kann als elementarer und prägender Faktor der materiellen Kultur entdeckt und erlebt werden.
Zehn Tage lang, vollgepackt mit über 80 Programmpunkten, wird Wien zum Mittelpunkt der europäischen Designszene. Ausstellungen, Vorträge, Präsentationen und Installationen: Das Festival-Angebot ist breit. Design soll der Öffentlichkeit schmackhaft gemacht werden. Neben Workshops finden sich im Vermittlungsprogramm daher heuer auch Designtouren per Bus auch zwei Design-Safaris mit dem Architekturzentrum Wien sind vorgesehen.
Spielerisches Erforschen und durchaus auch kritische Auseinandersetzung sind das Ziel. Nicht nur das „Produkt“ des Designs wird gezeigt, sondern Entstehungs- und Produktionsprozesse offengelegt. Die Festivalbesucher werden Design begegnen, das sich zunächst dem Schema von Gebrauchswert und Funktionalität entzieht um Bewusstsein zu erzeugen und Fragen aufzuwerfen oder auch einfach nur Spaß zu machen.
Warum Design? Diese grundsätzliche Frage diskutieren vier Persönlichkeiten der Designwelt im Rahmen des Festivals. „Für mich ist Design eine Geisteshaltung, eine Art des Beobachtens, des intuitiven Verstehens“, findet Gijs Bakker, Gründer von Droog Design, seine Antwort. Ein weiterer Gast ist der gebürtige Voralberger Stefan Sagmeister. Mit seinem New Yorker Designstudio war er bereits sechsmal für den Grammy nominiert, zweimal hat er ihn gewonnen. Neben ihm konnten der deutsche Produktdesigner Konstantin Grcic und die Französin Inga Sempé, Trägerin des Großen Designpreises der Stadt Paris, als Vortragende gewonnen werden.
Die Passionswege als Herzstück des Festivals laden Designer und Designteams dazu ein, in und mit ausgewählten Wiener Geschäftslokalen ortsspezifische Installationen zu schaffen. Sie zelebrieren das Spielerische und leben vom Spannungsfeld zwischen experimentellem Arbeiten und kommerziellem Rahmen.
In diesem Jahr steht der Wiener Bezirk Hernals im Mittelpunkt. Um dem Gebiet zu nachhaltigen Impulsen zu verhelfen, kooperiert das Festival mit der Gebietsbetreuung Hernals, insbesondere mit dem Pilotprojekt „Lebendige Straßen“. Dieses entwickelt alternative Nutzungsmöglichkeiten für den öffentlichen Raum. Neben zahlreichen anderen Aktionen lädt die Mailänder Gruppe „esterni“ zum Bau von „everybody’s bench“, einer in kreativer Interaktion mit den Bezirksbewohnern entstehenden Riesen-Holzbank.
Im „Labor“ können Designprozesse wieder live mitverfolgt werden. Gemäß dem Motto „Papermania“ ist dieses Jahr Papier Inspiration und Arbeitsmaterial. Die täglich um 17.30 Uhr stattfindenden Laborgespräche können Fachbesucher für theoretische Diskurse nützen. Einen interaktiven Publikumswettbewerb gibt es und heuer wird erstmals ein Preis für Young Design vergeben.
Der Startschuss zur Vienna Design Week fällt am 30. September um 19 Uhr in den prunkvollen Palais-Räumen des Liechtenstein Museums. Rund 1500 Gäste der Kreativbranche sind geladen. Erstmals wird beim Opening eine Ausstellung präsentiert: „Barocker Glanz und Stainless Steel“. Drei international renommierte Designteams – Studio Makkink & Bey (NL), Claesson Koivisto Rune (SW) und Olgoj Chorchoj (CZ) – inszenieren Tafelkultur mit Vergangenheit und Zukunft. Utensilien für den Genuss, das Tafeln und die sozialen Aspekte des Essens erfahren unterschiedlichste Interpretationen.
Ab 1. September ist das detaillierte Festival-Programm im Internet unter www.viennadesignweek.at zu finden.