Die Dicke Bohne (Vicia faba), auch bekannt als Sau-, Pferde- , Puff- oder Ackerbohne gehört zu den ältesten Kulturpflanzen Europas. Schon in der Bronzezeit wurden kleinkörnige Vorfahren dieser Pflanze angebaut, in Griechenland und im alten Rom war sie eine der wichtigsten Nahrungspflanzen. In privaten Gemüsegärten ist diese Leguminosenart weitgehend in Vergessenheit geraten. Schade, denn aus der Puffbohne lassen sich leckere Speisen zubereiten und für den Boden hat die Tiefwurzlerin eine äußerst wohltuende Wirkung! "die umweltberatung" hat dazu einige Tipps.
Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka hält ein Plädoyer für die Hülsenfrüchte: „Bohnen haben nicht nur hübsche Blüten, sie sind auch überaus gesund und noch dazu ein nützlicher Gründünger für den Boden. Puffbohnen eignen sich bestens für den frühen Start in die Gartensaison! Im Gegensatz zu ihren eingebürgerten Verwandten aus Südamerika ist die heimische Puffbohne hart im Nehmen. Sie verträgt leichten Frost und kann im milden Weinbauklima schon Ende Februar ausgesät werden, in raueren Lagen wartet man damit besser bis März.“
Elisabeth Koppensteiner, Leiterin von „Natur im Garten“ bei "die umweltberatung" erläutert dazu: „Kurz nach der Aussaat vertragen die Samen im Boden auch tiefere Temperaturen bis -7°C, auch die Jungpflanzen überstehen mäßigen Frost bis zu -4°C. Eine frühe Aussaat ist auf jeden Fall von Vorteil, weil sich dann der Befall mit der Schwarzen Bohnenlaus in Grenzen hält. Man kann die Bohnen mit Vor- oder Direktkultur ziehen. Zur Vorkultur im Haus kann man die Samen schon ab Ende Feber ca. 12 Stunden in warmen Wasser oder Kamillentee vorquellen lassen. Danach werden sie in kleine Töpfe mit torffreier Aussaaterde eingelegt.“
Wenn sich nach den beiden Keimblättern das erste Laubblatt zeigt, sollten die Pflanzen abgehärtet werden. Die Töpfe stellt man dann am besten ins Frühbeet oder in ein ungeheiztes Gewächshaus. Notfalls gibt die warme Hauswand ein sicheres Plätzchen ab. In der Nacht deckt man die Jungpflanzen mit Karton oder Vlies ab. Wenn nicht mehr mit sehr starken Nachtfrösten zu rechnen ist, werden die Bohnen ins Beet gepflanzt.
Direktsaat
Für die Direktsaat steckt man ab März alle 20 cm zwei Bohnen 5 cm tief in das Saatbeet. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt 40 cm. Mit einem Folientunnel oder Gemüsevlies erreicht man optimale Startbedingungen für die Keimlinge im Beet.
Elisabeth Koppensteiner verrät noch einige Details: „Die jungen Pflanzen werden ausgedünnt und angehäufelt, sodass sie möglichst frei zu stehen kommen. Sobald sich die ersten Hülsen bilden, zwickt man die Triebe oberhalb des 7. Blattbüschels ab. Dieses ‚Entspitzen’ lässt die Samen schneller reifen und vermindert den Befall mit Läusen. Als Partner in der Mischkultur eignen sich Kohlrabi, Pflücksalat und Spinat.“
Biologisches Saatgut kann man unter www.reinsaat.at beziehen.
Bodenkur
Saubohnen gedeihen auch auf schweren, feuchten, lehmigen Böden. Wie alle Schmetterlingsblütler sind ihre Wurzeln mit Knöllchenbakterien vergesellschaftet, diese binden Stickstoff aus der Luft und wirken als natürlicher Gründünger für den Boden. Deshalb sollten die Pflanzen nach der Ernte nicht ausgerissen, sondern knapp über dem Boden abgeschnitten werden. Die in den Wurzeln verbliebenen Stickstoffverbindungen bleiben in der Erde, verrotten und werden durch Bodenorganismen zu wertvollem Humus verarbeitet. Mit den tief reichenden Wurzeln (bis zu 1,5 m tief) lockert die Bohne außerdem verdichtete Böden auf.
Wertvolles Gemüse
Wie alle Hülsenfrüchte ist die Puffbohne sehr reich an Eiweiß. Die Samen enthalten bis zu 30% davon, außerdem 40–50% Kohlenhydrate und nur 1-2% Fett. Weiters sind die Bohnen reich an Folsäure, Calcium, Eisen und vielen Vitaminen. Die Hülsen werden im Frühsommer im grünen, weichen Zustand geerntet, die Naht ist dann noch hell gefärbt, die Bohnen sind milchreif und weißlich-grün. Verkocht werden nur die Bohnen, die Hülsen sind für den Genuss zu faserig und hart. Die Bohnen lassen sich übrigens auch gut einfrieren.
Rezept: Puffbohnen mit Speck
½ kg Puffbohnen in Salzwasser einige Minuten kochen und anschließend abgießen. 125 g Speck würfelig schneiden und leicht anbraten, 1EL Butter und ½ EL Mehl dazugeben und mit kochendem Wasser verrühren. Zuletzt die Bohnen hinzugeben und mit Petersilie, Salz, Pfeffer und Bohnenkraut abschmecken.
Quelle: www.puffbohne.de/Magazin/Rezepte/index.html