Alle Jahre wieder: Pünktlich zur ersten Hitzewelle melden GetränkeherstellerInnen Rekorde bei den Verkaufszahlen. Je mehr man schwitzt, umso mehr muss man auch trinken, damit der Wasserverlust ausgeglichen wird und der Kreislauf in Schwung bleibt. Wer Abwechslung im Wasserglas liebt, ist mit frischem Leitungswasser und Säften aus heimischen Früchten bestens bedient.
Der menschliche Körper besteht zu 50-70% aus Wasser, etwa 1,5 Liter Flüssigkeit sollen pro Tag in Form von Getränken aufgenommen werden. Steigen die Temperaturen, steigt auch der Flüssigkeitsbedarf stark an – vor allem bei körperlicher Aktivität und Aufenthalt im Freien. Ein Absinken des Wassergehalts im Körper beeinträchtigt Konzentrationsvermögen und Leistungsfä-higkeit.
NÖ Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf: „Niederösterreich ist in Sachen Wasserqualität ein ‚gelobtes Land’, frisches, sauberes Trinkwasser kommt beinahe kostenfrei aus der Leitung und ist überall verfügbar. Wasser, gemischt mit heimischen Obst- und Gemüsesäften, ist ein besonders guter Durstlöscher und das kann leicht selbst hergestellt werden. Apfelsaft im Verhält-nis 1:1 oder 1:2 mit Mineralwasser gespritzt, ist außerdem ein natürliches isotonisches Getränk und daher ideal bei Wander- und Radausflügen oder nach dem Schwimmen!“
Vitamine zum Trinken
Fruchtsäfte können einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten. Von der Empfehlung „5 mal am Tag Obst und Gemüse“ kann eine Portion in Form eines Getränks aufgenommen werden. Der Gesundheitswert von Fruchtsäften beruht hauptsächlich auf ihrem Mineralstoff- und Vitamingehalt, sie enthalten viel Kalium, Magnesium, sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Betacarotin, Vitamin C und B-Vitamine. Der Vitamin C–Gehalt ist allerdings stark abhän-gig von der Verarbeitung und der Lagerung; besonders hoch ist der Gehalt in heimischen Direktsäften aus Ribiseln oder Holunderbeeren.
Dipl.-Päd. Petra Nemec, Ernährungsexpertin von "die umweltberatung": „Achtung - gesund ist nur echter Fruchtsaft mit 100 Prozent Frucht. Reine Fruchtsäfte enthalten natureigenen Zucker und jede Menge Energie – in 500 ml Apfelsaft stecken immerhin etwa 250 kcal. Fruchtsäfte sollten daher immer verdünnt werden. Um Aroma und Nährstoffe zu erhalten, sollten sie am besten kühl und lichtgeschützt gelagert werden!
Direktsaft statt Konzentrat
Besonders beliebt ist Orangensaft, sehr oft stammt er aus Konzentrat. Die Früchte werden in ihren Ursprungsländern ausgepresst, das tiefgefrorene Konzentrat kommt dann per Schiff nach Europa. Das Verfahren der Fruchtsaft-Konzentration spart zwar Lager- und Transportkosten, belastet aber die Umwelt. Berechnungen des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie haben ergeben, dass das Saftkonzentrat aus brasilianischen Orangen rund 12.000 Kilometer durch die Welt gereist ist. Orangensaft hat also einen schweren „ökologischen Rucksack“. Für den Genuss von nur einem Glas Orangensaft werden 22 Gläser Wasser benötigt - von der Reinigung der Früchte über das Entfernen des Öls aus der Schale bis hin zum Rückverdünnen des Konzentrates.
Direktsäfte aus der Region sind geschmacklich und ökologisch den Konzentratsäften überlegen. Sie werden gleich nach dem Pressen und Pasteurisieren abgefüllt und brauchen nicht weit transportiert werden. Holunderblütensirup im Frühling, Ribisel und Brombeer- im Sommer, kräftiger Birnensaft im Herbst – die Ernte auf heimischen Feldern und in den Hausgärten bringt Abwechslung in die Getränkebox!
Rezeptvorschläge für heimische Fruchtsäfte:
• Morgenröte
Zutaten:
1/4 l Bio-Joghurt, 1/4 l Bio-Ribiselsaft, 1/8 l Bio-Apfelsaft, Zitronensaft, Honig nach Belieben
Zubereitung:
Alle Zutaten verrühren, je nach Geschmack süßen
• Rosa Minze
Zutaten:
1 l Pfefferminztee, 1/2 l Apfelsaft, 1/2 l roter Traubensaft, Bio-Zitronen, Honig
Zubereitung:
Aus dem Saft von Bio-Zitronen Eiswürfel zubereiten. 1 l Pfefferminztee frisch aufbrühen, ziehen und abkühlen lassen. Pfefferminztee mit etwas Honig süßen, mit 1/2 l Bio-Apfelsaft und 1/2 l rotem Bio-Traubensaft vermischen und mit den Zitroneneiswürfeln servieren.
dieumweltberatung