Immotion sprach mit Peter F. Pfister, (copf.at – Intercoiffure Pfister, Zillertal)
Präsident der Friseurvereinigung Intercoiffure Österreich & Western Europe
Immotion: Herr Pfister, Sie haben im Mai diesen Jahres den Europakongress der Intercoiffure in Salzburg veranstaltet und somit über 500 der besten Friseure der Welt (aus 15 Nationen) an einem Platz gehabt. Wie sieht die Frisurenmode für die Zukunft aus?
Pfister: Frisurenmode ist ein Thema der Individualität und deshalb nicht mehr so einfach zu beantworten. Modediktate wie in den 60er oder 70er Jahren gibt es nicht mehr.
Haare dienen einerseits zum Unterstreichen einer Persönlichkeit, fördern aber auch den Ausdruck eines Menschen. …
So haben wir zum Beispiel in der Österreich-Kollektion 2010„Expression“ besonderen Wert auf die Ausdrucksstärke der Frauen gelegt. In Zeiten der weltweiten Krisenbewältigung brauchen wir starke Frauen. Diese wiederum beweisen ihren eigenen Willen und bieten den Kontrahenten die Stirne im wahrsten Sinn des Wortes. Der Pagenkopf der letzten Jahre und der Pony, der die Stirn bedeckt hat ausgedient. Die Haare werden betont aus dem Gesicht frisiert und das Selbstbewusstsein dieser starken Frauen dadurch besonders unterstrichen.
Immotion: Bedeutet das, dass jetzt alle Frauen die Haare aus dem Gesicht tragen sollten um „IN“ zu sein?
Pfister: Nein, dass ist wie gesagt eine starke Modelinie und ein Vorschlag für die Frauen, die ihren Willen durchsetzen. Selbstverständlich gilt auch die zweite Modelinie von Intercoiffure Europe! – In Salzburg wurde diese Linie von sechs Ländern gemeinsam entwickelt und vorgestellt. In Zeiten wie diesen ist alles in Bewegung! – Dadurch passt natürlich auch, dass die Frisurenmode viel Bewegung zeigt. – der Kollektionsname „motion“ spricht da schon für sich. Locken und Wellen waren in der Vergangenheit meist verpönt … das Glätteisen hatte Hochsaison und jegliche Bewegung wurde aus dem Haar genommen. Jetzt gilt es wieder genau diese Locken und Wellen in die Frisur zu integrieren. Dabei geht es nicht um die Krause der 80er Jahre. Leichte Bewegung, große, pflegeleichte Locken stehen auch für die Eigenwilligkeit des Haares und manchmal auch der Trägerin!
Immotion: Wie sehen die Haarfarben für die Zukunft aus?
Pfister: Natürlichkeit ist gut und recht, aber auch diese wird in ihrem Ausdruck oft durch Zuhilfenahme von Färbetechniken erzielt. Sanfte Brauntöne mit einem leichten Schokoton, natürlich wirkende Kupfertöne und natürlich das kühle Blond sind besonders angesagt. Strähnentechniken sind oft als effektvolle Akzente etwas versteckt und erst in der Bewegung sichtbar gesetzt.
Immotion: Jetzt haben wir aber nur über die Frauenmode gesprochen, wie sehen die Haare beim Mann aus?
Pfister: Männermode lässt sich genauso wenig in eine Form packen, wie das für die Frauen gilt. Wie in der Kosmetik in den letzten Jahren zu verfolgen, emanzipieren sich die Männer und bekommen ihre eigene Linie, ihre eigenen Produkte! Den klassischen Herrenhaarschnitt wird es immer geben, aber auch Männer wollen nicht, dass man sieht, wenn sie beim Friseur waren. Der „kurze“ Männerhaarschnitt darf ruhig etwas „weicher“ geschnitten werden. Harte Konturen sind genauso out wie das lange Haar! Aber auch etwas wilder gestyltes Haar, dass mit Pomaden, Wax oder Gel in Form gebracht wird ist absolut salonfähig und unterstreicht die Emotionen der Männer!