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Künstler
  • Haute Couture aus der Provinz
    Der schlanke junge Mann mit der blassen Haut zieht die Blicke auf sich. Aber das hat Markus Spatzier selbst so gewollt: Eine große Tätowierung auf der Brust, Schminke und Piercings im Gesicht, ausgefallene Frisuren und Haarfarben sowie extravagante Kleidungsstücke. Letztere kreiert und näht der Designer und Schneidermeister selbst und ist auf dem besten Weg, in der Branche ein ganz großer zu werden.
  • Udos Likörelle
    Titel wie „Sonderzug nach Pankow“ oder „Alles klar auf der Andrea Doria“ machten ihn zur Gallionsfigur des deutschen Rock-Udo Lindenberg. Durch seinen unkonventionellen Lebensstil, seinen charmanten Wortwitz und das extravagante Auftreten wurde der Wahlhamburger, der seit Jahren im Nobelhotel Atlantic wohnt, zur zeitlosen Ikone. Braun-Schwarzer Hut mit silbernem Stern, schwarze Kleidung und Sonnenbrille sind seit Jahrzehnten seine Markenzeichen.
  • Niki de Saint Phalle
    Es ist ein fast irrealer Raum, bunt und glitzernd, in dem die Zeit nach dem Betreten vorübergehend scheinbar stehen zu bleiben scheint. Das innere einer Monumentalskulptur, dominiert von in unzählige Spiegel- und Keramikmosaike gefasste Symbolik. Eine Traumwelt, in der die französische Künstlerin Niki de Saint Phalle jahrelang lebte und die sie selbst geschaffen hat.
  • Susanne Kircher-Liner
    Nicht nur ästhetisch, auch aufwühlend sind die großflächigen Malereien mit denen Susanne Kircher-Liner protzt und in denen sie nicht mit nackter Haut spart. Sie zeigt uns in ihrer ersten großen Einzelausstellung in der Stadtgalerie Schwaz noch bis 24. Juli „Wo die Haut am dünnsten ist“.
 Quelle: Markus Spatzier







 Quelle: Markus Spatzier

 Quelle: Markus Spatzier

Haute Couture aus der Provinz

Julia Hitthaler  10.06.2011

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Der schlanke junge Mann mit der blassen Haut zieht die Blicke auf sich. Aber das hat Markus Spatzier selbst so gewollt: Eine große Tätowierung auf der Brust, Schminke und Piercings im Gesicht, ausgefallene Frisuren und Haarfarben sowie extravagante Kleidungsstücke. Letztere kreiert und näht der Designer und Schneidermeister selbst und ist auf dem besten Weg, in der Branche ein ganz großer zu werden.

Seine Kleider verströmen eine sinnliche, oft etwas schräge Weiblichkeit. Sie schmiegen sich eng an die Taille und ergießen sich wie ein Wasserfall, der unten angelangt zu einem See wird, über die Beine bis zum Boden. Den jungen Designer und Schneidermeister darauf zu reduzieren wäre aber ungerecht.

Durch seine Adern fließt noch die Sorglosigkeit und Verspieltheit der Jugend. Ohne einen Zwang, sich anpassen zu müssen, sprudeln die Ideen geradezu aus ihm heraus. In Kombination mit der Liebe zu dem, was er tut, und perfekt gelerntem Handwerk, verbinden sich seine Werke zu etwas Außergewöhnlichem.

Unter dem Label Manufaktur Herzblut“ vertreibt er seine Kleider und führt seit Herbst 2010 ein Geschäft in der Altstadt von Hall in Tirol. Prächtige Abendroben, kokette, kurze Kleidchen, neu interpretierter Dirndl-Style, Herrenanzüge, Accessoires wie ausgefallene Hüte, Taschen, Colliers und sogar Bekleidung für Hunde führt er im Sortiment. Die Verbundenheit mit dem Heimatland Tirol ist durchaus zu spüren: Neu interpretierter Dirndl-Style oder Haarreifen aus Rehkrickeln findet man unter den exklusiven Stücken.

Im Geschäft gekaufte Stücke sind Markus Spatzier zu normal, daher entwirft und näht er fast alles was er trägt selbst. „Das, was ich selbst mache, passt mir einfach am besten und hebt sich von der Menge ab“, schmunzelt er.

Wer seine Mode trägt, wird auffallen und sollte an diesem Umstand vielleicht ebenso viel Spaß haben, wie der Designer selbst. Viele seiner Entwürfe sind extravagant. Es finden sich aber durchaus auch „tragbare“ Stücke darunter, wie er selbst sagt. Als Maßschneider geht er natürlich auf Kundenwünsche ein. „Ich mache Mode für Leute, die eine persönliche Note mögen.“

Kaum einmal bringt der 21-jährige Tiroler einen Entwurf zu Papier. „Zuerst kommt der Stoff, daraus entsteht dann in Gedanken das Kleidungsstück“, erzählt er von der Herangehensweise an seine Arbeit. Aus Gewöhnlichem entsteht so Besonderes und Individuelles.

Sein Talent hat Spatzier schon früh entdeckt. Bereits als Kind bekam er die erste kleine Nähmaschine und eröffnete in der Hauptschule einen „Laden“. Selbstkreierte Schweißbänder mit eingenähten Namen verkaufte er damals seinen Mitschülern.

Dennoch hat er nach der Schulzeit ursprünglich eine Lehre als Koch begonnen, aber bereits nach zwei Wochen festgestellt, dass das nicht das Richtige für ihn ist. Er begann eine Schneiderlehre und wurde Landessieger beim Lehrlingswettbewerb. Nach dem Zivildienst und zwei weiteren Arbeitsstellen, hat er im Herbst 2010 die Meisterprüfung abgelegt und sich gleich darauf selbstständig gemacht.

Bei der Meistermodenschau im Congress in Innsbruck ernteten seine Kreationen besonders viel Applaus und bei den Austrian Haute Couture Awards 2010 in Wien hat er den 2. Platz belegt.

Mit Haute Couture aus der Tiroler Provinz erobert er Österreich. Und wird mit seiner Kreativität und seinem Engagement wohl noch weit darüber hinaus für Furore sorgen.

 

Fotos: Birgit Pichler, Hitthaler

Fotos: Markus Spatzier,

USM Haller
In zwei Jahren an die Spitze!