Auf die italienische Designschmiede von Alessi ist Verlass - und das schon seit den 1920er-Jahren. Keine andere Design-Marke ist so oft mit ihren Produkten in Dauerausstellungen von Museen vertreten wie Alessi. Schicke Helfer für Küche und Haushalt und mehr werden in Crusinallo kreiert.
Alessi ist das Synonym für italienisches Design. Und das gilt, ob ein wenig klischeebehaftet oder nicht, weltweit als etwas ganz Besonderes, als Geburtsstätte von Innovationen, neuen Stilrichtungen: Bei Möbeln, Autos und natürlich in der Mode.
Die Geschichte begann mit einem metallverarbeitenden Handwerker, der sich auf die Produktion von Haushaltsgeräten spezialisierte. Giovanni Alessi war der Großvater des heutigen Firmenchefs Alberto und gründete das Unternehmen 1920. Die Design-Marke führt heute über 2000 stylische Küchenartikel und verspielte Haushalts-Accessoires in ihrem Programm, vor einigen Jahren wurde eine Linie fürs Bad eingeführt und es gibt Artikel für Kinder, Büro, Haustiere sowie Uhren und Elektrogeräte.
Edelstahl ist immer noch das am häufigsten eingesetzte Material aber auch Glas, Silber, Porzellan und Plastik werden verwendet.
Zahlreiche Design-Klassiker hat das Unternehmen in seiner inzwischen 90 Jahre dauernden Geschichte geschaffen, die eben in Museen rund um die Welt zu finden sind.
Alessi beschäftigt allerdings keine Designer fix im Haus. Stattdessen zieht es Alberto Alessi vor, mit vielen verschiedenen unabhängigen Kreativen gleichzeitig zusammenzuarbeiten: „Ich habe seit den –frühen 70er-Jahren mit hunderten Designern gearbeitet. Das war die lohnendste Erfahrung meines Lebens. Ich habe Glück, jedes dieser Treffen hat bei mir etwas Besonderes zurückgelassen. Ich liebe es zu beobachten, wie die Weite des Kreativ-Möglichen sich entwickelt und in Worte und Bilder übergeht.“
Diese externen Talente ebenso wie die erfahrenen Größen der Branche, stehen auf diese Weise nicht unter dem ständigen Einfluss des Unternehmens. Der aktuelle Katalog entstand aus einer Zusammenarbeit mit über 500 Designern auf der ganzen Welt.
Ein wenig philosophisch und auch paradox ist Alberto Alessis Anspruch, welches Ziel Design in Zukunft erfüllen soll, aber das ist ihm durchaus bewusst: „Ich möchte die Funktion als Ding, die den Objekten von der Gesellschaft des Konsumenten zugeschrieben wird, in eine Chance transformieren, die den Konsumenten hilft, seine Wahrnehmung der Welt zu verbessern.“ Um das zu erreichen, werden Alessis Produkte weiterhin von einer hohen Innovationskraft sein und Experimente zulassen, verspricht der Firmenchef.
Das Unternehmen beschäftigt ca. 500 Mitarbeiter. 65% der Produktion werden in mehr als 60 Länder exportiert. Alessi betreibt 14 Shops als Schauräume und Flagship-Stores, die Produkte werden an 5000 Plätzen verkauft.
Alessi ist auch ein Forschungslabor im Bereich von Industrie-Design, beschäftigt sich mit dem Erbe von Bauhaus, Wiener Werkstätte und Arts & Crafts aus Großbritannien und veranstaltet u. a. Post-Graduate Programme für Designer. Das Unternehmen bietet sein Wissen und seine Vision über Design inzwischen auch anderen Firmen an, die mit den Alessi-Produkten augenscheinlich gar nichts zu tun haben. Darunter sind Fiat, Laufen, Seiko und Foster. Diese Zusammenarbeit zwischen technologischer Spezialisierung und kreativem Design, soll Neues entstehen lassen.
Das 1998 gegründete Alessi-Museum wurde von Alessandro Mendini gestaltet und wird von Kuratorin Francesca Appiani geleitet. Es beschäftigt sich mit der Firmengeschichte und ebenso wie mit den Designer-Stücken, Entwürfen, Zeichnungen und den Designern selbst, arbeitet aber auch mit internationalen Museen und verbindet so die interne mit der externen Funktion. Das Museum kann nach Vereinbarung besucht werden.
Fotos: Alessi