Die österreichische Bundesregierung möchte zur Erreichung der Klimaziele die Flexibilität der Fernwärme-Produktion nutzen. Dadurch sollen Emissionen eingespart und der Anteil an Erneuerbarer Energie erhöht werden.
Im Rahmen der Europäischen Union hat sich Österreich verpflichtet, den Anteil von Erneuerbarer Energie am heimischen Energieverbrauch bis 2020 auf 34 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig sollen die Treibhausgas-Emissionen bei Gebäuden und Verkehr um 16 Prozent reduziert werden. Der Ausbau von Fernwärme-und Fernkälteleitungen soll ebenso gefördert werden wie der Anteil von erneuerbaren Energiequellen an der Fernwärmeproduktion.
Nutzung vorhandener Wärme
Fernwärme wird bis zu 70 Prozent in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen produziert. Gegenüber der getrennten Erzeugung von Wärme und Strom ermöglicht diese KWK-Kopplung eine Einspeisung der Abwärme ins Fernwärmenetz mit einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Die positiven Effekte: Energie wird gespart, CO2 Emissionen und Rohstoffeinsatz werden drastisch reduziert und das Fernheizwerk liefert nur heißes Wasser. Wird ein Rohstoff knapp, können viele Kraftwerke rasch auf einen anderen umgestellt werden. Das macht die Versorgung mit Fernwärme so sicher. Nicht nur traditionelle Energieträger wie Gas, Öl oder Kohle kommen infrage, sondern auch Biomasse, Erdwärme oder Solarthermie. Solche erneuerbaren Alternativen werden zurzeit vielerorts erprobt oder bereits ausgebaut.
Schon heute hat die Abwärme aus Müllverbrennungsanlagen und Industriebetrieben einen hohen Stellenwert bei der Klimaerzeugung. Wien allein spart durch KWK und Müllverbrennung rund 2,6 Millionen Tonnen CO 2 pro Jahr ein. Die thermische Abfallbehandlung erzeugt dreimal so viel Energie , wie dafür an Primärenergie nötig ist. In Regionen, wo Fernwärme aus erneuerbaren Quellen und KWK-Anlagen zur Verfügung steht, soll daher auch das Leitungsnetz verdichtet werden. Und eine Müllverbrennungsanlage ist in Wien schon ein Wahrzeichen. Kein Geringerer als Friedensreich Hundertwasser hat sie designt.
Alternative Wärmepumpe
Noch kann nicht jeder in den Genuss der versorgungssicheren Fernheizung kommen. Als Alternative bietet sich die Wärmepumpe an. Trotz hoher Anschaffungskosten ist der Betrieb wirtschaftlich sinnvoll. Die Anlage benötigt eine moderne Flächenheizung , wie die Fußbodenheizung, und ein gut isoliertes Haus. Denn sie arbeitet am effektivsten bei einer Vorlauftemperatur von 35 Grad. Ein optimaler Einsatzort für die Wärmepumpe ist ein neu errichtetes Einfamilienhaus mit modernster Isolierung.
Niedrige Kosten durch Fernwärme
Anschaffungskosten, Preisschwankungen und Emissionen sind geringer. Außerdem Wartungsaufwand und Platzbedarf. Im Energiekonzept der Bundesregierung stellt klar, dass dort, wo ein Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich ist, kein anderes Heizsystem öffentlich gefördert wird. Bereits 19 Prozent der österreichischen Haushalte nutzen derzeit die vielen Vorteile der Fernwärmeversorgung. Bei den seit 2001 errichteten Wohnungen sind es sogar 27 Prozent. In Zukunft wird Fernwärme einen noch größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten als bisher.