Ungewöhnliche Materialien, klare Formen und präzise Handwerkskunst verbinden sich im Hause von Steininger Designers zu ganz besonderen Küchen. Beton wird hier zum Wohnmaterial, Architektur zieht in die Küche ein und lässt sie zu einer Wohnskulptur werden. Mut zu Innovationen trifft auf Kreativität und lässt Neues und Ungewöhnliches entstehen.
Firmenchef Martin Steininger mag die puristische Formensprache, die es in der Architektur gibt. Es ist ein klares, industriehaft wirkendes Design, ohne Schnörkel und Verspieltheit. Aluminium, Beton, Stein – das sind die Materialien, die er bisher hauptsächlich in seinen Küchen zum Einsatz bringt. „Wir experimentieren zum Beispiel mit Beton und entwickeln ihn vom Bau- zum Wohnmaterial weiter“, schildert er.
Die Betonküche steht auf der Shortlist für den Staatspreis für Design 2011, den bedeutendsten Designpreis in Österreich, der nur alle zwei Jahre verbgeben wird. Aus 180 Einreichungen wurde 24 nominiert. Die Entscheidung wird bei der Preisverleihung Ende September verkündet.
Der kühl wirkende Beton mit seiner besonderen Haptik birgt dabei einige Vorteile. In Sichtbetonqualität verarbeitet bereitet die Reinigung keinerlei Probleme, das Material ist hitzebeständig, lebensmittelecht und hat eine spezielle Ausstrahlung. Es ist also für den Einsatz in der Küche wie gemacht.
Der Trick liegt freilich in der Verarbeitung. Fast zehn Jahre lang hat Steininger mit seinem Team verschiedenste Techniken ausprobiert, wie er im Gespräch mit „immotion“ erzählt. Das Wesen ist die selbst gefertigte Schalung und die Trocknung des Betons. Das Ergebnis ist nur 8 mm dünner Beton, der stabil und dennoch nicht zu schwer ist. In reiner Handarbeit wird der Beton dann geschliffen und poliert.
Ist ein Designer immer ein Künstler oder steht doch die Funktionalität des Produktes im Vordergrund? „Das interessante ist der Spagat“, meint Steininger. Er arbeite zwar mit einem stark funktionalen Ansatz, dennoch gehe es um die Details, neue Formen und Ideen, die Veränderung der Gesellschaft und des Lifestyle, um die Wünsche des Kunden, die das Ergebnis mitbestimmen. Für seine Kunden will Steininger Design erschaffen, das zur Persönlichkeit passt. Mit Ecken und Kanten, mit raffinierten Lösungen aber auch mit einem Hauch von Luxus und Exklusivität.
Das Spiel mit den verschiedensten, ungewöhnlichen Materialien hat Steininger schon immer gereizt. Mit seinem Team, bestehend aus ca. 20 Personen im Design-Sektor und insgesamt 50 Mitarbeitern, tüftelt er an neuen Entwürfen. Was genau im kommenden Jahr präsentiert wird, will er natürlich nicht verraten. Von Ideen, mit noch multifunktionaleren Ansätzen spricht Steininger und dass es jedenfalls wieder eine neue Küche geben wird. Die Formensprache bleibt, allerdings – Sie werden es erraten – wird das Material ein anderes sein.
Die Küchen sind nach einem modularen System aufgebaut, viele Küchen werden aber als Einzelstücke angefertigt. Preislich liegt das „Einsteigermodell“ bei der Betonküche bei ca. 70.000,- Euro inklusive Geräten.
Seit 1933 existiert das Unternehmen im kleinen, oberösterreichischen Ort St. Martin. Immer schon setzte Steininger auf Gestaltung und Produktion. Eine Design-Manufaktur, in der alle Küchen und Möbel in den Werkstätten selbst gefertigt werden. „Wir wollten nie auf einen Hersteller angewiesen oder diesem ausgeliefert sein. So können wir Qualität und Verarbeitung genau kontrollieren“, erklärt Steininger.
Es verbinden sich traditionelle Handwerksqualität mit neuesten Verarbeitungstechnologien und purem Design, das international überzeugt und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.
Das Unternehmen gestaltet in vielen Bereichen. Schwerpunkt sind allerdings die Küchenkonzepte. Außerdem werden Möbel und bei Immobilienprojekten luxuriöse Interiorlösungen entworfen und die gesamte Abwicklung übernommen. Mit der selbst kreierten Systemmöbelmarke „medul“ werden Apotheken und Ordinationen ausgestattet.
Fotos: Steininger Designers