Meilenweit entfernt vom architektonischen Mainstream- so kann man das „Haus Hartmann“ in Wörgl beschreiben. Minimalismus ist das Credo von Astrid Hartmann und ihrem Mann Wolfgang Tröger. Dennoch verstehen beide ihr Haus als Teil und Ergänzung der Inntaler Landschaft.
Die Macher: Astrid Hartmann- weitgereiste Visagistin mit Tiroler Wurzeln und Wolfgang Tröger, international renommierter Architekt mit Münchner Büro. Wenn zwei solch Kreative ihr Zuhause planen und umsetzen, kann nur Außergewöhnliches entstehen. In der Wörgler Vogelweiderstraße haben sich beide ihren ganz persönlichen Fixpunkt und ihr Traumhaus geschaffen.
Minimalismus und Ästhetik
„Etwas Billiges können wir uns nicht leisten“, so das Ehepaar. Das soll nicht überheblich klingen, sondern das gemeinsame Ziel ausdrücken, mit Qualität in die Zukunft zu investieren. Dabei steht Minimalismus und Ästhetik im Vordergrund. „ Wir wollten uns sowohl innen wie außen auf das Wesentliche beschränken, so Astrid Hartmann,“ wir bevorzugen beide klare Linien. Die sind immer zeitlos“. Modern, hell , reduziert , viel Sichtbeton , der das Haus mit der Landschaft verschmelzen lässt, so könnte man das besondere Zuhause des Ehepaars auf eine Kurzformel bringen.
Farbenspiele
Die Grautöne des „Hauses Hartmann“ nehmen stets die Lichtstimmung und die Farben der Umgebung und des Wetters auf. Farben der Ruhe wie grün, blau und gold sind in den Kinderzimmern und im Schlafzimmer zu finden. Magenta , eine Farbe der Lebensfreude, ist vorherrschend im großen Wohn, Koch- und Essraum im Erdgeschoss. Dort steht auch der drei Meter lange Tisch, ein Platz der Kommunikation innerhalb der Familie und Treffpunkt mit Freunden und Bekannten. Für Astrid Hartmann das Herz ,wo sich alles abspielt. Den Estrich des Bodens hat sie in der Farbe des Inns einfärben und leicht anschleifen lasse „ Ein cooles Gefühl, im Sommer barfuss darüber zu laufen“, so die Visagistin, die man als weltoffen und kommunikativ bezeichnen darf.
Öffnungen
Farben, große Räume und viel Licht- das gibt Astrid Hartmann Inspiration und Kraft. Daher auch die großzügige Verglasung des Hauses. Das Innen wird zum Außen und das Außen wird zum Innen. „ Ich hatte bisher in keiner Wohnung Vorhänge, dennoch bin ich keine Exhibitionistin. Durch die großen Fenster kommt die beeindruckende Landschaft ins Haus. Man könnte es als Leben im Schaufenster bezeichnen, aber kommunikatives Leben mit der Natur und den Menschen trifft es besser. Und schließlich haben wir Jalousien“ stellt Astrid Hartmann fest.
Als Visagistin und Weltreisende faszinierten sie schon immer Farben, Formen und Ornamente. Doch auch hier beschränkte sie sich auf das Wesentliche. Die Beleuchtung des Hauses besteht aus künstlerischen Raumobjekten, wieder mit viel Farbe. Das schafft eine angenehme und gute Atmosphäre.
Qualität vor Quantität
Treffend auch die Auswahl der Möbel. “ Meine Tochter wurde einmal von einem Schulfreund gefragt, wie lange wir hier schon wohnen und wann denn die Möbel geliefert würden“ erzählt Astrid Hartmann mit leichten Schmunzeln. Für sie zählt nicht die Menge, aber die Einrichtung sollte ihrem Geschmack entsprechen. Und auch dies hat sie stimmig und stilvoll umgesetzt. „Ich bin alles andere als ein Designfreak, es kommt nur darauf an, dass es mir gefällt, aber auch funktionell und bequem ist“. Reduzierte und klare Formen sind auch hier der Maßstab.
Leben mit der Natur und dabei individuelle Vorstellungen baulich und einrichtungstechnisch umzusetzen:
Astrid Hartmann und Wolfgang Tröger ist es gelungen, ein Haus zu bauen, das anregend und inspirierend ist. Ein Potential, das ihnen und ihren Kindern die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung, Kraft und Ruhe schenkt.