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  • IKEA
    Bei IKEA ist so manches anders als bei anderen Möbelhäusern. Die Kunden werden a priori geduzt (außer in der Schweiz), die Produkte tragen einzigartige Namen, deren Vergabe schon fast eine Wissenschaft ist. Einmal drinnen, muss man labyrinthähnlich durchs ganze Haus laufen, um wieder hinaus zu kommen und die Montage treibt einem mitunter neben Schweißperlen auch Verzweiflungsfalten beim Lesen der Anleitung auf die Stirn. Ob geliebt oder gehasst – IKEA hat das Wohnen verändert. Dem schwedischen Riesen wurden im deutschsprachigen Raum daher kürzlich einige Ausstellungen gewidmet.
  • Landhaus-Wohnen
    Eine neue Interpretation des feinen Landhaus-Wohnens liefert Wetscher mit dem Möbelprogramm „Landart“. Und das kommt direkt aus den eigenen Werkstätten in Fügen im Tiroler Zillertal.
  • Grüne Erde
    Bioprodukte stehen längst nicht mehr nur im Kühlschrank. Ein Vorreiter, der ökologisches und soziales Verantwortungsbewusstsein daheim einziehen ließ, ist Grüne Erde. Heute gibt es neben Möbeln, Matratzen, Textilien, Accessoires auch Naturkosmetik, Lebensmittel und eine eigene Hotellinie.
  • Die Renaissance
    Präzises, feines Handwerk, internationaler Designanspruch und Leidenschaft für schöne Möbel, das vereint die österreichische Möbelmanufaktur Wittmann. Mode und Polstermöbel, so der Ansatz, sind eng verwandt. Bei beiden geht es neben der Optik um Stofflichkeit, Haptik und Materialität.
 Quelle: Julia Hitthaler

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Zurück zu den Wurzeln: Die Renaissance des Möbelhandwerks

Julia Hitthaler  22.02.2010

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Präzises, feines Handwerk, internationaler Designanspruch und Leidenschaft für schöne Möbel, das vereint die österreichische Möbelmanufaktur Wittmann. Mode und Polstermöbel, so der Ansatz, sind eng verwandt. Bei beiden geht es neben der Optik um Stofflichkeit, Haptik und Materialität.

Die Möbelmesse in Köln hat für Vertriebsleiter Marc Lehmann eines ganz klar gezeigt: „Der Trend geht weg vom lauten Wohnen, das marktschreierisch beworben wird. Die Menschen wollen etwas Wahrhaftes, Nachvollziehbares und ehrliche Qualität“. Und damit punktet Wittmann, denn Handwerk, das ist hier wirklich Handarbeit und damit eine kontrolliert verlangsamte Produktionsmethode. Jedes Möbel wird von Hand gefertigt, Serienproduktion gibt es nicht. Dabei ist das niederösterreichische Unternehmen klein und flexibel genug, um auf besondere Wünsche eingehen zu können.

Wie ein echter Wittmann entsteht und wie viel Liebe die Mitarbeiter in die Produktion der Spitzenstücke stecken, das kann man in der Erlebniswerkstatt in Etsdorf am Kamp bewundern. Wittmann bietet Kunden die Möglichkeit, bei der Endfertigung ihres Sofas, Fauteuils oder Bettes dabei zu sein.

Welche Leidenschaft in diesen Möbeln steckt, erkennt man spätestens, wenn man den Mitarbeitern zuhört. Chefpolsterer Josef Polsterer: „Ein Möbelstück ist wie ein Buch, in dem man lesen kann, wie die Menschen damit umgegangen sind und in die sie auch Emotionen stecken. Findet es der Kunde auf der letzten Seite dieses Buches schade, das Stück wegzugeben, dann hat Handwerk seine Aufgabe erfüllt.“

Für die Nachhaltigkeit der Wittmann-Stücke sorgt unter anderem die hohe Designgültigkeit. Eine Neupolsterung, bei der ein Drittel des Materials erneuert wird, kann also durchaus lohnen. „Wenn man weiß, was in einem Möbel steckt, erkennt man seinen Wert“, so Polsterer.

Die Billigschiene drückt auch auf den Möbelmarkt. Industriell gefertigte Massenprodukte werden immer stärker in Billiglohnländern im Osten hergestellt. „Die Märkte polarisieren sich“, ortet Lehmann. Wer auf Design und Nachhaltigkeit setze, für den drohe keine Gefahr aus Asien.

Wieder aufgelebt sind bei Wittmann die Schlafmöbel. Eine neue Bettenkollektion wurde präsentiert, denn das Thema Schlafen wird für die Menschen immer wichtiger und sie sind bereit, dafür durchaus hohe Budgets aufzuwenden. Gesundes Schlafen bedeutet Lebensqualität. Eine neue Entwicklung: Die Liegehöhen werden höher und liegen nun bei bis zu 62 cm, erläutert Lehmann. Entwürfe von Paolo Piva und Soda Designers punkten mit Eleganz und gleichzeitig traditioneller wie moderner Gestaltung.

Eine umfassende Wittmann-Ausstellung ist derzeit z. B. bei Möbel Wetscher in Fügen im Zillertal zu finden. Zu sehen sind Neben dem Innenleben von Wittmann-Möbeln bei der Ausstellung „Tailor Made Furniture“ im Braukeller natürlich Neuheiten und zahlreiche Klassiker.

Das Unternehmen:

Das Unternehmen Wittmann wurde im Jahr 1896 als Sattlerei gegründet. Heute beschäftigt der österreichische Polstermöbelhersteller 130 Mitarbeiter. Der Exportanteil liegt bei 67 Prozent. Wittmann-Möbel werden in über 50 Ländern weltweit angeboten.

Ein Anliegen von Wittmann ist es, Möbelentwürfe berühmter österreichischer Architekten und Designer neu aufzulegen, die aufgrund ihrer Zeitlosigkeit und ihres Qualitätsanspruches auch heute noch Gültigkeit haben. Dazu gehört von Josef Hoffmann (1870 – 1956) der „Kubus“, der heuer 100. Geburtstag feiert und mit einer nummerierten Sonderedition geehrt wird.

 

Fotos: Julia Hitthaler

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