Aktuelle Trends werden von den Möbelmachern bei USM konsequent ignoriert. So entsteht eine zeitlose Ästhetik, bei der die Form konsequent der Funktion folgt. Langlebig, individuell, flexibel und veränderbar sind die Grundprinzipien des Möbelbausystems. Schließlich, so die Überzeugung, ist Einrichten kein Zustand, sondern vielmehr ein Prozess.
Kernstück des Möbelbausystems, das im Jahr 1963 in Zusammenarbeit mit dem Architekten Fritz Haller entstanden ist, ist eine kleine Kugel. In ihr treffen die Ziele der formalen Reduziertheit und des funktionellen Reichtums aufeinander.
Die verchromte, knapp zwei Zentimeter große Messingkugel hat sechs Gewindelöcher, an denen Systemrohre angeschlossen werden können. Diese Rohre sind zwischen 100 und 750 Millimeter lang. Das gewährleistet die Stabilität für dieses modulare Traggerüst, in das Verkleidungs- und Organisationselemente aus Blech eingesetzt werden können. Stahl ist das Hauptmaterial, das zum Einsatz kommt.
Das USM-Möbelbausystem besteht aus 2000 unterschiedlichen Teilen, die eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten erlauben und sich so den individuellen Bedürfnissen anpassen. Unter dem Dogma der Funktionalität sind die Lösungen für Wohnbereich und Arbeitsplatz jederzeit umbau- oder erweiterbar.
Standardmöbel gibt es an sich nicht. Jedes Stück wird nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden geplant: Sie bestimmen die Form des Möbels, die sich ständig verändern kann.
Vielseitig in der Anwendung aber eigenständig im Ausdruck sollen die Möbel sein. Die maßgeschneiderten Lösungen schaffen die Kombination von geradlinigem, industriell anmutendem Design zu maßgeschneiderter Flexibilität und Kreativität.
Um die dafür notwendige Wandlungsfähigkeit zu gewährleisten, sind alle heute gebauten Möbel bzw. Teile mit jenen aus der ersten Serie kompatibel. Neuheiten werden nach diesem Ansatz entwickelt und gewährleisten so den modularen Charakter. Die Ästhetik bleibt, das Zubehör wird angepasst.
Die Lebensdauer der Möbel, so die Unternehmensphilosophie, ist quasi unendlich, da wechselnde Funktionen immer wieder neue Lebenszyklen für ein Stück möglich machen. Ein Leben lang sollen die Möbel von USM seinen Besitzer begleiten – das wäre das Ziel.
Mit der inzwischen etwas abgedroschenen Phrase der Nachhaltigkeit befasst sich das Unternehmen laut eigenen Angaben von Beginn an. Allerdings komme bei ökologischer Betrachtung der Nutzungsdauer eines Produktes die weitaus bedeutendste Rolle zu. Je länger ein Produkt genutzt werden kann, umso weniger belastet es die Umwelt. Hochwertige, langlebige Materialien, verarbeitet mit neusten, umweltschonenden Technologien garantieren eine solche.
Bei einer so großen Vielfalt an Möglichkeiten kommt der Planung und Beratung eine wesentliche Rolle zu, um die offenen Systeme bestmöglich zu nutzen. Ausgewählte Vertriebspartner werden dafür herangezogen und dem Bereich Dienstleistungen und Nachbetreuung kommt eine wesentliche Rolle im Unternehmensgefüge zu.
Hergestellt werden die Möbel in 14 Standardfarben, damit diese überschaubar und „neutral“ bleiben, keinen modernistischen Strömungen unterworfen sind und so eben möglichst lange im Einsatz bleiben. Über Vertriebspartner können allerdings auch andere Farben angefragt werden.
USM, das steht für Ulrich Schärer Münsingen. Das Unternehmen wurde 1885 als Eisenwarenhandlung und Schlosserei in der Nähe von Bern in der Schweiz gegründet und produzierte in der Folge unter anderem Fensterverschlüsse.
Das Möbelbausystem USM Haller entstand im Jahr 1963 in Zusammenarbeit mit Fritz Haller. Damit wurde zunächst ein Büropavillon in Münsingen ausgestattet.
2001 wurde das Möbelbausystem in die Sammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen.
Fotos: USM