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    Die Erfolgsgeschichte des Möbelherstellers Thonet ist untrennbar mit der eines Stuhles verbunden. Mit ihm wurde die industrielle Fertigung revolutioniert und eine Stilikone zeitloser Eleganz geschaffen. Das war im Jahr 1859 und Firmengründer Michael Thonet hat damals ganz sicher nicht geahnt, dass er gerade den künftig meistgebauten Stuhl aller Zeiten entworfen hatte. Der schlichte Name des guten Stückes: „Stuhl Nr. 14“.
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Thonet

Julia Hitthaler  11.07.2011

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Die Erfolgsgeschichte des Möbelherstellers Thonet ist untrennbar mit der eines Stuhles verbunden. Mit ihm wurde die industrielle Fertigung revolutioniert und eine Stilikone zeitloser Eleganz geschaffen. Das war im Jahr 1859 und Firmengründer Michael Thonet hat damals ganz sicher nicht geahnt, dass er gerade den künftig meistgebauten Stuhl aller Zeiten entworfen hatte. Der schlichte Name des guten Stückes: „Stuhl Nr. 14“.

Seit der Präsentation ist der Stuhl durchgehend in Produktion und bisher wurden mehr als 60 Mio. Stück verkauft – vom Original. Unzählige Plagiate sind über die Jahrzehnte dazugekommen.

Der Stuhl Nr. 14 (heute Nr. 214) oder Wiener Kaffeehausstuhl war in mehrerlei Hinsicht revolutionär.

Thonet hatte eine neue Technologie zum Biegen von massivem Buchenholz entwickelt. Eine industrielle Produktion wurde dadurch möglich. Die Arbeitsschritte waren standardisiert und konnten aufgeteilt werden. Dadurch lag der Stuhl in einer Preisklasse, die sich die breite Bevölkerung leisten konnte.

Aus nur sechs Teilen und einigen Schrauben bestand der Stuhl, der komplett zerlegt und somit auch platzsparend verpackt werden konnte. 36 Stühle passten so in ein Paket von der Größe eines Kubikmeters. Der Schritt vom Handwerks- zum Industrieprodukt war gemacht.

Der Stuhl wurde zum Klassiker, hat mit ihm doch die Geschichte der modernen Möbelproduktion begonnen. Auf die Nr. 14 gründete sich auch der Weltruhm des Unternehmens Thonet.

Es handelt sich dabei wohl um den Inbegriff eines Stuhles. Jeder kennt ihn, den meist schwarzen Stuhl mit offener Rückenlehne, ohne Armlehnen und dem charakteristischen, geschwungenen Bugholz. Zeitlose, schlicht-reduzierte Ästhetik und eine feingliedrige, leichte Konstruktion bei hoher Qualität zeichnen das Design aus. Immer noch seien Stühle aus dem 19. Jahrhundert im Einsatz, versichert das Unternehmen.

Einige weitere Bugholzmöbel sind in die Geschichte des Möbeldesigns eingegangen und in Museen wie dem Museum of Modern Art in New York oder dem Centre Pompidou in Paris zu bewundern. So zum Beispiel der Schaukelstuhl Nr. 1 aus dem Jahr 1860, der im Jahr 2009 zum 190-Jahr-Jubiläum des Familienunternehmens in limitierter Auflage als Sammlerstück wieder produziert wurde.

Die frühen Stahlrohrmöbel der „Neuen Sachlichkeit“ gelten heute als Meilensteine der Designgeschichte und sind die zweite Konstante in der Geschichte von Thonet. In den 1930er-Jahren war das Unternehmen der weltweit größte Produzent dieser neuen Möbel.

Die bedeutendste Entwicklung war der „Freischwinger“ aus kalt gebogenem Stahlrohr. Mart Stam hat den ersten derartigen Stuhl aus Gasleitungsrohren gebaut. Er ruhte nicht mehr auf vier Beinen und fiel durch die neuartige kubische Form und reduzierte Klarheit auf. 1926 ging der S 33 für Thonet in Produktion und wird noch heute hergestellt. Das gilt auch für Stahlrohrmöbel anderer Bauhaus-Architekten wie Marcel Breuer oder Ludwig Mies van der Rohe.

1819 hat Michael Thonet seine erste Werkstatt gegründet. Noch heute ist das Unternehmen in Familienbesitz. Die ersten Entwürfe aus gebogenem Schichtholz entstanden um 1830. Fürst Metternich wurde auf die Begabung Michael Thonets aufmerksam und holte ihn 1842 nach Wien. Dort war Thonet maßgeblich u.a. an der Ausstattung des Palais Lichtenstein, des Palais Schwarzenberg und des Café Daum beteiligt.

Heute werden bei Thonet in Frankenberg in Deutschland immer noch die berühmten Bugholz- und Stahlrohrmöbel produziert. Aber es gibt auch Neues, das in Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Designern und Architekten geschaffen wird.

Einen Ausflug in eine andere Welt machte Thonet im Jahr 2010 – der Versuch, sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiterzuentwickeln. Beim Autosalon in Genf wurde in Kooperation mit Heico Sportiv ein Schalthebel für Volvo präsentiert. Gefertigt aus Nussbaum, Buche oder Eiche ist er aus gebogenem Holz gefertigt. In diesem Fall in aufwändiger Handarbeit.

Fotos: Thonet

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