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 Quelle: Uedl

 Quelle: Bernhard Haidler

 Quelle: Bernhard Haidler

 Quelle: dieumweltberatung'BettinaZehetner

 Quelle: dieumweltberatung'BettinaZehetner

Gemüse auf der Fensterbank vorziehen

Anonym  09.04.2010

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Wer im Sommer bzw. Herbst möglichst früh das eigene Gemüse ernten möchte, sollte schleunigst mit der Aussaat und Vorzucht im Glashaus oder auf der Fensterbank beginnen. Paprika, Melanzani und Paradeiser brauchen einen Entwicklungsvorsprung, um genug Früchte bilden zu können. Auch bei Kürbis, Zucchini, Gurken, Zuckermais, Salat, Frühkraut oder Kohlrabi kann man durch Vorzucht die Ernte um einige Wochen vorverlegen. "die umweltberatung" hat dazu einige Tipps!

Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka: „Wer liebt sie nicht, die saftigen Paradeiser und knackigen Paprika aus dem eigenen Garten, die einen Sommerabend zum kulinarischen Genuss machen? Gemüse, das aus dem tropischen Südamerika kommt, braucht eine Vorzucht im Glashaus oder auf der Fensterbank. Damit können Gartenfans die Ernte um einige Wochen vorverlegen und das sommerliche Vergnügen deutlich verlängern!“

Anzuchterde als wichtigste Grundlage

Elisabeth Koppensteiner, Leiterin von „Natur im Garten“ bei "die umweltberatung" hat einige Tipps dazu: „Aussaat- und Anzuchterde kann man einfach und billig selbst herstellen! Einfach gut abgelagerten Kompost, Gartenerde und Sand in gleichen Teilen mischen. Für besonders empfindliche Pflanzen kann man die Anzuchterde sterilisieren. Dazu siebt man vollständig ausgereiften Kompost (9-12 Monate alt) und Gartenerde durch ein feines Sieb. In einem alten Kochtopf gut verschlossen ca. 30 Minuten bei 120°C im Backrohr erhitzen und mit Sand vermischen, sobald die Erde abgekühlt ist. Diese Maßnahme garantiert, dass die Erde frei von Krankheitserregern ist, welche den Jungpflanzen schaden können. Spezielle Aussaat- und Anzuchterden ohne Torf sind auch im Fachhandel erhältlich.“

Achtung! Keine handelsübliche Gartenerde für das Vorziehen auf der Fensterbank verwenden! Die winzigen Wurzeln der meisten Keimlinge reagieren sehr empfindlich auf die Düngesalze in gewöhnlicher Gartenerde, das führt zu hohen Ausfällen bei den Jungpflanzen.

Umweltschutz bei den Pflanzgefäßen

Praktisches Aussaat-Zubehör muss nicht extra gekauft werden. Wer Geld sparen und die Umwelt schonen möchte, kann die kleinen Paprika- oder Paradeispflanzen in Joghurt-, Schlagobers-, Sauerrahmbecher etc. pikieren. Größere Gurken- oder Kürbispflanzen sind bis zur Übersiedlung ins Beet auch in halbierten Tetra-Packs gut aufgehoben. Man darf nur nicht darauf vergessen, kleine Abflusslöcher in den Boden der verschiedenen Gefäße zu bohren.

Torftöpfe vermeiden

Praktisch sind Töpfe aus kompostierbarem Material, weil die heranwachsende Pflanze den Topf durchwurzelt und mit ihm ins Beet gesetzt werden kann. Als Alternative zu Torftöpfen kön-nen etwa Klopapierrollen mit Erde gefüllt werden. Die Pflanzen lassen sich später gut aus der aufgeweichten Kartonrolle lösen und mit unversehrtem Wurzelballen ins Beet setzen.

Geschickte BastlerInnen fertigen Anzuchtschalen aus Zeitungspapier (keine Hoch-glanzmagazine!). Die Pflanzen durchwurzeln das Material problemlos und werden mitsamt dem Becher ins Beet gepflanzt. In den heutzutage verwendeten Druckerfarben sind keine für den Boden bedenklichen Schwermetalle oder Chemikalien vorhanden.

Bitte keinen Torf!

Torf zur Herstellung von Blumenerde wird aus Mooren, extrem sensiblen und schützenswerten Lebensräumen, gewonnen. In diesen seltenen Biotopen leben einzigartige Tier- und Pflanzen, die nur hier existieren können. Durch den Kauf von Torferde tragen wir indirekt zur Zerstörung dieser Ökosysteme bei. Torf für Blumenerde wird v.a. in Osteuropa und Nordamerika gewon-nen, zur Zerstörung der Moore kommen dann noch klimaschädigende Transporte.

Pflege und Standort:

Die Aussaatschalen sind in einem hellen Raum bei Zimmertemperatur am besten aufgehoben. Vor praller Mittagssonne schützen! Die Erde sollte niemals austrocknen und andererseits ist Staunässe unbedingt zu vermeiden. Bei der trockenen Raumluft im Winter hat es sich bewährt, die Aussaatschalen mit einer durchsichtigen Glas- oder Kunststoffabdeckung zu schützen.

Anfangs müssen größere Temperaturschwankungen vermieden werden, weil sie den Kei-mungsprozess behindern oder verzögern.

Sobald sich die ersten Blätter aus dem Boden schieben, darf man die Pflänzchen nicht verweichlichen. Bei zu viel Wärme bilden sie lange Stängel und werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Am besten stellt man die Pflänzchen dann ans Ost- oder Westfenster eines kühlen, aber hellen Raums bei maximal 18°C. Um Kälteschocks zu ver-meiden, sollte nur mit lauwarmen, abgestandenen Wasser gegossen werden. Die Jungpflanzen müssen unbedingt rechtzeitig vereinzelt werden, um optimale Lichtversorgung zu gewährleisten. Nicht pikierte Pflänzchen stellen meist das Wachstum ein und verkümmern. Regelmäßiges Lüften bringt wichtige Impulse für gesunden und kompakten Wuchs.

Umzug ins Freie

Bevor man das Gemüse ins Freie setzt, müssen die Pflanzen erst an die raueren Bedingungen im Freiland gewöhnt werden. Am besten stellt man die Jungpflanzen zuerst ins Frühbeet, das man bei Nacht abdeckt oder verschließt. Natürlich können die Töpfe an die Hauswand oder einen anderen geschützten Ort gestellt und nachts mit einem Vlies oder einem Karton vor et-waigen Frösten geschützt werden.

Frostempfindliche Südländer wie Paradeiser, Paprika und Co werden ohnehin erst nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt.

Weitere Tipps zum naturnahen Gärtnern erhalten alle Interessierten in ihrer nächstgelegenen Servicestelle von "die umweltberatung" oder am NÖ Gartentelefon unter 027 42/ 74 333 sowie in der Broschüre „Pflanzen, Ernten & Genießen“, gegen Versandkosten erhältlich.

Die Mischkulturscheibe zeigt auf einen Blick, welche Pflanzen im Beet miteinander har-monieren und welche man lieber getrennt setzt. Erhältlich um € 4,5 zuzüglich Versandkosten (Porto plus Bearbeitungsgebühr) und das praktische Handbuch „Kräuter und Gemüse aus dem naturnahen Garten“ um € 12,9 plus Versandkosten. Bestellungen sind auch über den Online-Shop auf www.umweltberatung.at möglich.

 

Fotos: Uedl,Bernhard Haidler,dieumweltberatung'BettinaZehetner

„Wildobst“