Wäscheständer, Bügelbrett, Modelleisenbahn. Finden sich diese oder ähnliche Dinge auch bei Ihnen im Schlafzimmer? Dann ist es möglicherweise an der Zeit auszumisten, meint Sexualpädagogin, Kabarettistin und Autorin Barbara Balldini und wartet mit Tipps zur sinnlichen Gestaltung des Schlafzimmers auf. Denn: Wie man sich bettet, so liebt man.
In ihrer Freizeit malt Balldini Wohnungen und daher hat sie so einige Schlafzimmer zu Gesicht bekommen. Das Resümee ist ernüchternd: steril, kalt, unerotisch, unaufgeräumt oder verbarrikadiert seien viele davon. „Jetzt verstehe ich erst, warum in manchen Schlafzimmern die erotische Stimmung so gar keine Chance hat aufzukommen“, schildert Balldini.
Wollen Sie das ändern, dann orientieren Sie sich am besten an den fünf Sinnen. Beleidigen Sie die Augen nicht mit Bergen von Dreckwäsche oder anderem Gerümpel, das eigentlich in die Abstellkammer gehört.
Farben bringen Stimmung. Für das Schlafzimmer empfiehlt Balldini dunkelrot oder dunkellila. Wenn Sie nicht gleich mit dem Farbeimer anrücken möchten, lässt sich hier mit Vorhängen, Kissen und Bettwäsche sehr viel machen. Apropos Bettwäsche: Achten Sie auf angenehmes, hochwertiges Material. Stimmung bringen auch erotische Bilder oder ein großer Spiegel neben oder über dem Bett. Nicht zu vergessen die richtige Musik, die im CD-Spieler bereitliegen sollte. Den Fernseher können Sie dafür getrost aus dem Schlafzimmer verbannen.
Wichtig ist ebenso das Licht. Indirekte Beleuchtung, z. B. über einen Deckenstrahler, bringt eine besondere Note und Kerzenschein ist nicht nur etwas für Romantiker. Am besten greifen Sie gleich zu Duftkerzen, darüber freut sich dann auch die Nase. Ein ausschließlich von Kerzenlicht durchfluteter Raum bringt „instinktiv die Seele und den Geist zur Ruhe und ins Hier und Jetzt“, erklärt Balldini.
Fazit: Das Schlafzimmer soll eine Wohlfühl-Oase sein, eine erotische Liebesinsel und darf dabei ruhig ein wenig verrucht oder wie ein kleines Bordell aussehen. Denn, so Balldini, es werden hier ja keine Gästeführungen veranstaltet: „Im Allgemeinen sehen und betreten ohnehin nur Menschen Ihr Schlafzimmer, die dort etwas verloren haben, was verlieren werden oder vorhaben, darin etwas zu verlieren. Im besten Fall den Verstand“. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Um- oder Ausräumen und Neugestalten.
Barbara Balldini weiß so einiges über Sex. Und sie teilt dieses Wissen gerne. Als Gründerin des ersten Sexualberatungsinstitutes Vorarlbergs sowie in ihren „SEXtra-LUSTigen“ Vortragskabaretts (Von Liebe, Sex und anderen Irrtümern und neu Heart-Core). Heuer ist ihr erstes Buch erschienen (Besser Schlampe als gar kein Sex – Intimer Schriftverkehr, Kyrene-Verlag). Und es geht hier natürlich ebenso um schlüpfrige Einblicke. Auf 107 Seiten nimmt sich Balldini kein Blatt vor den Mund und analysiert gewohnt humorvoll Themen rund um „die schönste Nebensache der Welt“.
Auf weißen Wölkchen mit unschuldigen Engeln „halleluja“ singen? Das ist nicht ihr Ding und daher hält sie es auch nicht für erstrebenswert, als braves Mädchen in den Himmel zu kommen. „Ich liebe Sex“, stellt Balldini klar. „Viel Sex und guten Sex.“ Guter Sex beginnt bei einem selbst und braucht Selbstbewusstsein. Hure und Heilige, Schlampe und Königin schließen sich dabei nicht aus, weiß sie. Von ihrem buddhistischen Lehrer hat Balldini ihr Motto: „In der Liebe geht es nicht darum, was wir kriegen, sondern darum, was wir geben können.“