Vom Flugzeugmuseum über Sport und Talk für den eigenen TV-Sender bis hin zu Ausstellungen, Konzerten und Spitzengastronomie: Der Hangar-7 ist nicht nur architektonisch eine Augenweide, er verdient die oft missbräuchlich verwendete Bezeichnung „multifunktional“ tatsächlich.
Ein Flugzeughangar ist grundsätzlich nichts anderes als eine große Garage. Und genau so sehen die meisten dieser Gebäude auch aus: Sie sollen einen praktischen Zweck möglichst kostengünstig erfüllen. Über ihre Ästhetik wird meist nicht weiter nachgedacht. Nicht so bei Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz. Er beherrscht die Kunst des Inszenierens und Vermarktens perfekt. Hinzu kommen visionäre und oft gewagte Ideen, die auch umgesetzt werden. Wenngleich sich der erfolgreiche Unternehmer selbst meist lieber im Hintergrund hält.
Im Jahr 2003 wurde der Hangar-7 in Salzburg zwischen Flughafen und Gewerbegebiet eröffnet. Promis aus unterschiedlichsten Branchen geben sich hier die Klinke in die Hand. Die einzelnen Bereiche stehen sich dabei nicht im Weg, sondern ergänzen sich wie in einem organischen System.
Architekt Volkmar Burgstaller fasst die Überlegungen zu seinem Werk so zusammen: Für die Sammlung der Flugzeug-Oldtimer „Flying Bulls“ sollte ein adäquater Unterstand geschaffen werden. Grundidee war, um die Flugzeuge herum eine freigespannte Schale zu bauen – ein Synonym für den Himmel. Von außen betrachtet gleicht das Hauptgebäude einem Flügel. Fliegen, das sei die höchste Form der Mobilität und fasziniere die Menschen auf ganz besondere Art und Weise.
Eine teilweise im Boden versenkte Ellipse und zwei Glaszylindern bilden die Gebäudehülle. Die um die Längsachse gedrehte Ellipse bietet die größtmögliche Querschnittsfläche. Eine Spannweite von 66 mal 95 Metern wird bei einer Höhe von 14 Metern ohne eine einzige Stütze bewältigt. Die fünfgeschossigen Zylinder bieten Platz für Büros, Restaurant und Lounge.
Die Form des Gebäudes hat der Architekt im Windkanal optimiert. Auch über die Bemessung des Tragwerkes wurden so neue Erkenntnisse gewonnen. Form und Konstruktion stellten nämlich besondere Anforderungen an die Statik. Die Stahlträger sollten so schmal wie möglich ausfallen, um das Raumerleben wie geplant entstehen zu lassen. Schließlich wurde eine eigens dafür entwickelte Simulationssoftware eingesetzt.
Glas und Stahl dominieren als Materialien. 380 Tonnen Glas kamen zum Einsatz. 1754 Glastafeln finden sich in der Fassade, jede hat eine unterschiedliche Form. 1200 Tonnen wiegt die Stahlkonstruktion, außerdem wurden 14.000 m³ Beton verbaut. Das Gebäude überspannt eine Grundfläche von 4100 m², der Rauminhalt beläuft sich auf 64.300 m³.
Knapp unter dem Kuppeldach befindet sich die Threesixty Bar, von der aus man abends auf die Flugzeuge und Formel-1-Boliden hinabblicken kann. Zu erreichen ist sie über einen der frei gespannten Stege in der Halle.
HangART widmet jede Ausstellung einem anderen Land oder einer Region. Eine künstlerische Reise um den Globus, bei der insbesondere junge und innovative Künstler die Hauptrolle spielen. In außergewöhnlichem Rahmen und mit sich durch Wetter und Tageszeiten ständig verändernder Kulisse.
Im Restaurant Ikarus wird das Konzept der Gastköche gelebt. Jeden Monat schwingt ein anderer internationaler Spitzenkoch den Kochlöffel, auf den sich das Team in kürzester Zeit einstellen muss. Für Abwechslung auf der Speisekarte ist so immer gesorgt.
Zu Sport und Talk kommt schon einmal Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel vorbei. Bei Konzerten gaben sich Shaggy, Milow oder Gabriella Cilmi die Ehre.
Das Flugzeugmuseum selbst ist täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet.